Influencer Marketing begegnet uns im täglichen Leben – Blogger, Vlogger (Video-Bloggen), Instagramer überfluten den Markt und beeinflussen, mit immer neuen Fashionblogs, Reisebeiträgen, Do-It-Yourself-Anleitungen und vielem mehr, Kaufentscheidungen. Handelt es sich dabei nur um einen vorrübergehenden Hype? Oder lässt sich Influencer Marketing auch für Ihr Unternehmen nutzen?
Marketing und Medienverhalten im Wandel
Jede Generation hat oder hatte ihren Medien und den dazu passenden Marketing-Boom. Ein Beispiel hierfür sind die 80er und 90er Jahre, in denen via Fernsehen Werbebotschaft an die breite Masse verteilt wurden. Was zu Beginn neu war, verlor über die Jahre hinweg an Glaubwürdigkeit. Die strahlende „Zahnarztfrau“ hinter dem Blendamed-Apfel oder der Tchibo-Mann waren nicht mehr zeitgemäß. Marken und Unternehmen begannen damit auf glaubwürdige Dritte zu setzen, die den Werbebotschaften mehr Authentizität verleihen sollten. Die Testimonials in Form von Schauspielern, Musikern und allerlei A-Z Prominenten verliehen der Werbung neue Gesichter. Doch das Nutzungsverhalten der Medien hat sich drastisch verändert. Insbesondere bei der Zielgruppe unter 35 Jahren. Hier spielt das Fernsehen oder Anleitungen in Zeitschriften eine untergeordnete Rolle. Auf der Tagesordnung des Medienkonsums stehen Smartphone, Tablet, Laptop und Co. Filme laufen nicht mehr, wenn sie gerade im Fernsehen ausgestrahlt werden, sondern genau dann, wenn der Konsument sie sehen will. Anleitungen (schminken, kochen, bauen, reisen …) werden nicht mehr in der Zeitschrift auf gedruckten Bilder nachvollzogen, sondern in detaillierten Tutorials auf Plattformen wie YouTube in bewegten Bildern via Videos vermittelt. Die Informationen werden dann abgeholt, wenn sie gerade gebraucht werden – Produktvergleiche und vieles mehr inklusive. Mit ihnen werden die in den Videos empfohlenen Produkte gekauft, konsumiert und für gut befunden.
„Silbershampoos im Vergleich“ von Beauty, Fashion & Lifestyle Bloggerin Marie K.
Authentizität als Schlüssel
Das Thema Empfehlungsmarketing ist aktueller denn je. Gerade junge Menschen identifizieren sich stark mit ausgewählten Influencern, abonnieren deren Accounts und lassen sich regelmäßig von neuen Posts und Videos inspirieren. Produkte die hier empfohlen werden, kommen von einer Person, bei der die Follower das subjektive Gefühl haben, dass sie ihr ähnlich sind und ihr vertrauen können. Die Produktempfehlung kommt von einem „Vertrauten“ nicht länger von einem Unternehmen oder einer Marke.
Zusammenarbeit mit Influencern
Das Vertrauen, dass Konsumenten in Influencer setzen, können Sie als Unternehmer bewusst nutzen und eine Zusammenarbeit mit Vloggern, Influencern oder auch Instagramern anstreben. Dabei sollten Sie allerdings einige Regeln beachten.
- Der Influencer hat die Auswahl
Influencer sind keine Werbestrategen. Sie sind nur dann authentisch, wenn sie ihre freien Entscheidungen treffen können und nichts aufdiktiert bekommen. Im Idealfall können sie ein bestimmtes Produkt in Ruhe testen und sich ein eigenes Bild davon machen. Erst wenn der Influencer selbst überzeugt ist, kann er die Werbebotschaft in seinen eigenen Worten wiedergeben. Dadurch wird ein Höchstmaß an Authentizität erreicht.
- Respektvoller Umgang
Guter Blogger, Vlogger oder Instagramer leisten wertvolle Arbeit, die auch respektiert werden sollte. Gute Leistungen müssen entsprechend bezahlt werden. Interessant sind hier vor allem die Mediadaten des Influencers: Leser, Reichweite, Follower …? Wie gestalten sich die Vorteile in Bezug auf die Reichweite und Follower der eigenen Unternehmensplattform?
- Fitting und Qualität
Der Influencer muss genau ausgewählt werden und so gut wie möglich zur eigenen Marke passen. Auch die Kanäle, die der Influencer bedient, müssen zu Ihrer Zielgruppe passen. Für eine Zielgruppe, die beispielsweise älter als 50 ist, macht ein Influencer mit Instagram Account keinen Sinn. Ein Reiseblogger, der über Luxusreisen einmal um den Globus berichtet, eignet sich nicht als Influencer für ein Unternehmen, dass Familienreisen anbietet.
- Mikro-Influencer
Für die Zusammenarbeit mit Influencern müssen Unternehmen nicht zwingend auf große, bekannte Influencer setzen, die Millionen von Followern haben. Hier sind Mikro-Influencer eine gute Alternative. Oft bedienen diese eine Nische mit einer mittelgroßen Community, die ihrem Influencer aber treu ergeben ist.
Fazit
Auch wenn Influencer Marketing nicht ganz neu ist, der Trend bleibt bestehen. Horizont.net berichtete im Mai 2017, dass ein Bundesverband Influencer Marketing kurz vor der Gründung steht. Damit bekommt die Influencer-Marketing-Branche einen eigenen Verband, der sich aktuell noch in Gründung befindet: http://www.bvim.info/. Influencer Marketing ist ein wertvolles Instrument, um die Authentizität und Individualität der eigenen Marke zu transportieren.

