Wenn Marketingprofis über Storytelling sprechen, verbinden Sie das oft mit dem Begriff der „Reise des Helden“. Doch ist dieser Ansatz nicht sehr umfangreich, existieren hier vielleicht für die Praxis geeignetere, andere Optionen?
Alternativen zur „Reise des Helden“
Sie haben in Social Media Posts, beispielsweise auf Facebook, nur wenige Zeilen, um ihre eigene Reise des Helden optimal zu verpacken. Doch wie soll darin alles hineingepresst werden? Es gibt hier noch ganz andere Möglichkeiten, Storytelling bei der Zielgruppe zu platzieren. Es existieren diverse Alternativformate zur „Reise des Helden“, die insbesondere im Bereich Content Marketing und Social Media Marketing sehr gut geeignet sind.

Dreiteiliges Storytelling
Ausgangspunkt dieses Formats bildet ein Problem, das als Grundlage der Geschichte dient und für das eine Lösung gefunden wird.
1. Aufbau in 3 Akten
Hier werden die 3 Akte: Ausgangssituation, Konflikt und Lösung für das Storytelling genutzt. Im ersten Teil wird kurz die Geschichte vorgestellt. Teil 2 befasst sich mit der Problemdarstellung. Im Teil 3 wird die Lösung angeboten. An dieser Stelle kommt Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung ggf. mit einer passenden Verlinkung ins Spiel.
2. V-Formel nach Lieber
Hier wird zunächst der Held dargestellt, anschließend der Tiefpunkt des Helden erörtert, um letztendlich seine Auferstehung zu feiern. Das Modell nach Dave Lieber folgt dem Prinzip „Phönix aus der Asche“. Der Aufbau setzt, wie die erste Variante auf drei Teile, allerdings ist die dramaturgische Rolle des Helden deutlich ausgeprägter.
3. Story-Formel nach Carnegie
Hier steht das persönliche Krisenmanagement im Vordergrund. Erzählt wird hier in 3 Akten von der persönliche Krise, über die genutzte Initiative, bis hin zum Vorteil der Initiativergreifung. Schlüsselelement nach Dale Carnegie ist die persönliche Misere und der finale Teil, der die Vorteile herausstellt.
4. Vorher-Nachher-Vergleich
Ein Klassiker aber äußerst wirksam. Es wird zunächst der Ursprungszustand erklärt, dann der verbesserte Zustand erörtert und zum Schluss wird das Produkt oder die Dienstleistung vorgestellt, die diesen optimierten Zustand ermöglicht hat.
5. Kontrast zwischen Ist und Vision nach Darte
Dabei ist ein Produkt aus nur einem Grund erfolgreich: Es lässt eine Vision Wirklichkeit werden. Dazu wird zunächst der Ist-Zustand beschrieben, anschließend die Vision und zu guter Letzt die Erreichung der Vision durch Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung.
6. Der goldene Zirkel nach Sinef
Simon Sinef setzt hier auf die Mission eines Unternehmens. Im zweiten Teil wird die Frage gestellt, wie das Unternehmen diese Mission erfüllen kann. Teil 3 konkretisiert die Maßnahmen des Unternehmens. Optimal geeignet ist diese Methode um beispielsweise die Unternehmens-Brandmission vorzustellen.
Mehrteiliges Storytelling
Sie haben eine umfangreiche Geschichte, die in diversen Schritten eine Entwicklungshistorie erzählt? Hier kann ein mehrteiliges Storytelling-Format zum Einsatz kommen. Grundvoraussetzung ist allerdings eine echte Story mit einem gehaltvollen Inhalt.
7. Formel des Erfolges nach Pixar
Diese Formel beginnt wie ein Märchen mit „Es war einmal…“ oder „Eines Tages…“ gefolgt von dem Einwurf „Bis endlich…“ in dessen Anschluss die finale Lösung und ein positiver, aktueller Zustand geschildert wird. Der Rahmen der Geschichte ist ganz flexibel, es gibt eine Ist-Situation und ein Ereignis, das alles verändert und zum Positiven wendet.
8. 5 Akte nach Freytag
Fünf Akte von der Exposition, über das erregende Moment, zum Höhepunkt des Konfliktes, zur fallenden Handlung hin zum Enddrama. Zugegeben: ganz schön lang, für einen kurzen Post. Wem es stilistisch gut gelingt, der kann hier allerdings die Drama-Theorie voll ausleben. Für besondere Spannung können die Akte auch variieren und beispielsweise mit dem erregenden Moment beginnen.
Fazit
Gutes Storytelling lebt vom Spannungsmoment und der richtigen Erzählweise. Hier ist nicht zwingend die Heldenreise notwendig. Sie haben eine Reihe von wertvollen Alternativen zum Storytelling kennengelernt. Fesseln Sie Ihre Leser und bringen Sie diese in den Zustand, dass sie unbedingt weiterlesen und mehr erfahren wollen. Stellen Sie sich für Ihr persönliches Storytelling immer folgende Fragen:
- Ist die Story spannend?
- Wie wird die Geschichte eindrucksvoll und verständlich erzählt?
- Was soll bei dem Leser konkret ankommen?
